Öffentliche Klaviere – davon sollte es einfach viel viel viel viel mehr geben: An Durchgangsorten wie Flughäfen, Bahnhöfen, U-Bahnstationen… oder warum nicht auf dem Dorfplatz in jeder Gemeinde, so wie die öffentlichen Bücherschrönke? Oder als Alternative zu diesen einfach nicht tot zu kriegenden unterkühlten Kunst-im-öffentlichen-Raum-Skulpturen aus Metall, wo man vorbei läuft und meist halt einfach gar nix spürt, manchmal vielleicht ein Hauch von dumpfer Gleichgültigkeit. Hingegen ein Klavier als bespielbare lebendige Skulptur im öffentlichen Raum (natürlich wetterfest) aufgestellt und zack: jeder Mensch hätte die Gelegenheit ein Künstler sein, ganz frei nach Beuys. Noch besser wäre natürlich ein Flügel, aber für den Anfang wär ein Klavier erstmal ausreichend, bezahlbarer im großen Stil (Ich rechne das mal durch für Deutschland)

Ich stelle mir gerade nur so vor… z.B. Die B-Ebene der Frankfurter U-Bahn-Station Konstablerwache: Ein Ort, den ich, als ich noch in Frankfurt gewohnt habe, von Anfang an unfassbar hässlich und bedrückend empfand. Seelenlose Funktions-Architektur und meist stank es auch noch aus mindestens drei Ecken anders eklig. Man will einfach nur ganz schnell wieder da weg. Aber dort ein Klavier aufgestellt… und dann so ein Moment… ich könnte mir vorstellen, man würde verweilen, statt eilen und sich vielleicht sogar selber dransetzen, um ein wenig zu üben.

Diese Gedanken kamen mir durch folgendes Video, über das ich neulich gestolpert bin. Er spielt herrlich und verzaubert die Umgebung für einen Moment. Das spürt man finde ich sehr deutlich. Mei, und zu Bohemian Rhapsody bzw. Queen fällt mir auf, Anfang der 80er war Komplexität und Anspruch im Mainstream-Radio-Pop ja echt noch möglich.

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