Sein, aber fein.

Kategorie: Utopie

Wir brauchen mehr Garycooperianismus!

Ups, eben erst fällt mir auf, dass die Überschrift ja total nach ideologisch verengter Aktivismus-Agenda klingt. Und solcherlei dogmatisches Gebaren – egal welcher Couleur – ist weder schön, noch gut noch wahr und schon gar nicht fein und sollte daher tunlichst vermieden werden. Aber das dürfte ja allgemein bekannt sein, zumindest den Lesern und Leserinnen dieses Blogs.

Wie wirklich ist die Wirk(sam)lichkeit?

Was ist Wirklichkeit? Schlägt man einem Klassiker der Kommunikations-psychologie auf, dann heißt die Antwort: „Die Wirklichkeit ist das Ergebnis von Kommunikation.“ So der erste Satz in Paul Watzlawicks Wie wirklich ist die Wirklichkeit. Weiter im Vorwort führt der Autor aus, dass eine Vielzahl von Wirklichkeiten existiere, die z.T. komplett widersprüchlich sein könnten. Sie alle seien das Ergebnis von Kommunikation, nicht aber objektive Wahrheit. Daher sei der Glaube, dass die eigene Sicht DIE EINZIG WAHRE WIRKLICHKEIT sei, ein bedenklicher Wahn. Gefährlich werde es allerdings, wenn sich zu diesem Wahn eine messianische Berufung geselle. Mit dem beflissenen Ziel, all jene zu bekehren, die es sich „anmaßen“, nicht die einzig wahre Wirklichkeit, die man selbst erkannt hat, anzunehmen.

Feine Sache: Der „Caffè Sospeso“

Ich finde es in dieser spannungsreichen Zeit wichtiger denn je, das Positive, oder sagen wir lieber das Aufbauende zu stärken. Sozusagen jener dunklen Negativitätswolke, die uns seit eineinhalb Jahren umhüllt, etwas entgegen zu setzen. Dabei geht es mir nicht darum, gegen das was gerade ist, anzukämpfen, sondern darum, ein wenig Gewicht auf die andere Seite der Waagschale zu packen, egal wie gering dieser Beitrag sein mag. Wenn also wie aktuell Trennung, Spaltung und Mißtrauen vorherrschen, die Werte Verbindung, Wohlwollen und Nächstenliebe zu stärken. Und zwar ganz konkret, handlungsbezogen, in meinem unmittelbaren Alltag.

Eine wunderbar niederschwellige und effektive Möglichkeit, ist für mich aktuell der der „Caffè Sospeso“. Der aufgeschobene Kaffee. Heißt, ich kaufe beim Bäcker oder an der Tanke einen Kaffee oder Cappucchino, aber nicht für mich, sondern für denjenigen, der nach mir kommt und einen Kaffee oder Cappuchino zum Mitnehmen bestellt.

Feine Sache: Schule der Zukunft

Mein Herz geht gerade auf bei diesem Interview mit Ricardo Leppe. Zauberer, Freigeist und erfrischend undogmatischer Bildungsrevolutionär, der das Lernen an Schulen und im Leben komplett verändern will.

Die Freude am Lernen, da hatte ich Glück, konnte mir das staatliche Schulsystem Gott sei Dank nicht austreiben. Aber es macht mich traurig mitanzusehen, wie seit Jahrzehnten das Potential von kleinen Universal-Genies, das sind wir nämlich alle von Geburt an, mit dem Eintritt ins Schulsystem systematisch beschädigt, verengt, wenn nicht sogar völlig zerstört wird. Und an der Uni wird es leider auch nicht besser. Den Ansatz den Riccardo hier vorstellt, da muss ich gar nicht groß nachdenken, sondern weiss einfach: Das stimmt.


Hier gibt es mehr Information über Ricardos Lern-Ansatz.

https://www.wirsindfrei.com/lernuebersicht/



Feine Sache: Zukunftsmusik

Öffentliche Klaviere – davon sollte es einfach viel viel viel viel mehr geben: An Durchgangsorten wie Flughäfen, Bahnhöfen, U-Bahnstationen… oder warum nicht auf dem Dorfplatz in jeder Gemeinde, so wie die öffentlichen Bücherschrönke? Oder als Alternative zu diesen einfach nicht tot zu kriegenden unterkühlten Kunst-im-öffentlichen-Raum-Skulpturen aus Metall, wo man vorbei läuft und meist halt einfach gar nix spürt, manchmal vielleicht ein Hauch von dumpfer Gleichgültigkeit. Hingegen ein Klavier als bespielbare lebendige Skulptur im öffentlichen Raum (natürlich wetterfest) aufgestellt und zack: jeder Mensch hätte die Gelegenheit ein Künstler sein, ganz frei nach Beuys. Noch besser wäre natürlich ein Flügel, aber für den Anfang wär ein Klavier erstmal ausreichend, bezahlbarer im großen Stil (Ich rechne das mal durch für Deutschland)

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